Freitag, 25. August 2017

Rigawesome

Labdien,

seit dem 22. August um ca. 20 Uhr bin ich in Riga.

Meine Mama hat mich zum Flughafen nach Dortmund gebracht und der Abschied war hart, aber es ist ja zum Glück nicht für immer. Nach einer extra Sprengstoffkontrolle am Flughafen und ein bisschen Wartezeit bin ich ins pinke Wizz Air Flugzeug eingestiegen um meine Reise anzutreten.
Der Flug ging schnell vorbei und am Flughafen angekommen wurde ich von Sr. Hannah und Josi (meine Mitpraktikantin) herzlich in Empfang genommen.

Im Kloster angekommen haben wir dann noch eine Schwester kennengelernt und nachdem gemeinsamen Abendessen wurde mir das Gelände gezeigt und mein Zimmer im Studentenflur.
Mein Zimmer ist klein, aber ich finde es gemütlich. Es hat ein Bett, Schrank, Schreibtisch, Regale und sogar ein eigenes Waschbecken.

Am Mittwoch wurden wir beide von Matthias (Betreuer vom Bonifatiuswerk) abgeholt und wir sind in die Altstadt von Riga gefahren. Dort haben wir einen ersten Überblick bekommen und ich habe vieles gesehen was ich mir nochmal genauer anschauen will.
Mein persönliches Highlight war die Akademie der Wissenschaft bzw. die 15. Etage von der man einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt hat.

 
Danach sind wir nach Jurmala zum Strand (lett. Jura) gefahren. Dieser ist ungefährt 15km von Riga entfernt und ein kleiner Badestrandort. Zur Infos dort fand auch in der vergangenen Woche die Beachvolleyball EM statt, leider war ich war ich zu spät um mir ein Spiel anzuschauen. 

Abends haben wir einen wunderschönen Sonnenuntergang vom Kloster aus gesehen.

Am nächsten Tag haben wir dann von Sr. Hannah noch einige Informationen zur bevorstehenden Zeit bekommen und haben sonst Riga noch auf eigene Faust erkundet.

Ich finde die Architektur mega schön, weil alles so einen alten Touch hat und es viele kleine verschwinkelte Gassen gibt. Ich poste bestimmt bald davon nochmal Fotos oder vielleicht mal nen Video.
Außerdem sind wir an der Daugava entlang spaziert und haben einfach auf einem Spielplatz die netten Letten beobachtet.

Jetzt kommt ein Tipp von mir an alle, die mal nach Riga fahren.
Dort wo die Busse ankommen ist nicht automatisch auch eine Haltestelle zurück!!
Diese Erfahrung haben Josi und ich gestern gemacht, daher mussten wir über eine ziemlich lange Brücke laufen und haben unseren Bus knapp verpasst. Doch dann haben wir einen anderen genommen und sind nur 30 Minuten zu Fuß gelaufen. Hauptsache wir sind angekommen und darauf können wir stolz sein.

Heute sind wir dann nach Liepaja aufgebrochen, dieses ist bis zum 19. September unser erster Einsatzort.
Liepaja ist die drittgröße Stadt Lettlands mit ca. 78 000 Einwohnern. 
Unterwegs haben wir in Saldus eine tragbare Kochplatte abgeholt und den größten Kriegsfriedhof von deutschen Soldaten in Lettland angeschaut. 


Dadurch, dasss die deutsche Armee im zweiten Weltkrieg in der westlichen Spitze Lettlands eingekesselt war und es zu einer Art Stellungskrieg ohne weitere Landgewinnungen kam, wurden zum Kriegsende viele deutsche Soldaten noch getötet.
Dieser Friedhof ist wirklich riesig und sehr beeindrucken finde ich.

Anschließend sind wir nach Kuldiga gefahren, weil dort Europas längster Wasserfall ist.

Obwohl es relativ kalt und regnerisch war sind wir an der Kante entlang gelaufen und niemand (außer ein Paar Schuhe) ist ins Wasser gefallen. Eigentlich bin ich ja kein Wasserfan, doch das war wirklich cool und eine echt lustige Erfahrung.

Anschließend haben wir dann mal eben den Bischof vom Bistum Liepaja getroffen und der kannte Sr. Hannah und Matthias auch gut und es wurden gleich organisatorische Aufgaben verteilt. Dies finde ich sehr beeindrucken in Lettland, weil ich zwar den Namen von dem Paderborner Erzbischhof kenne doch dieser kennt ja nicht jede Schwester und jeden Gemeindereferenten beim Namen. Hier in Lettland ist die Diaspora allerdings groß genug, dass sogar die Bischhöfe aus fremden Bistümern (es gibt 4 Bistümer in Lettland) die engagierten Gemeindemitglieder kennen. Wenn Kirche so persönlich ist der Diaspora ist, finde ich es mega schön und herzlicher als bei uns im streng katholischen Paderborn.

Nachmittags sind wir dann endlich in Liepaja angekommen und haben den Priester vor Ort getroffen.

In seinem Haus haben Josi und ich nämlich die dritte Etage bezogen und werden hier die nächste Zeit wohnen. Dieser Priester ist total herzlich und hat uns gleich total viel erzählt (leider spricht er nur lettisch und manches kann man sich ableiten und manches nicht, doch zum Glück gibt es die Zeichensprache).

Also mein erstes Fazit ist, dass ich Riga einfach Rigawesome finde und ich denke, dass es eine gute Zeit wird. Allerdings wünsche ich mir jetzt schon einen Alltag und endlich mehr zu tun.
Ich denke, dass dies in den nächsten Tagen beginnt und bei unserer Rückkehr nach Riga natürlich auch.  

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