Samstag, 23. September 2017

Wieder in Riga zurück...

Sveiki!
Ich melde mich heute zurück aus Riga, meinem Zuhause jetzt wirklich für die nächsten Monate.

Nachdem wir in Liepaja noch einmal in unserem Lieblingscafe waren und noch zufällig 2 deutsche Tramper aufgesammelt haben, konnten wir den Weg nach Riga fortsetzen.
Trampen ist in Lettland total verbreitet und viele nehmen auch gerne jemanden mit. Ich finde es total spannend, dass man sich so was traut. Andererseits fand ich es von meinen Betreuern auch supercool, einfach anzuhalten und die mitzunehmen.

In den letzten Tagen ist eigentlich nicht so viel passiert.
Ich helfe sehr viel im Garten oder im Kloster. Das bedeutet, die Fenster wurden geputzt, Böden poliert, Gräser geschnitten, Laub geharkt oder Kisten zerkleinert.
Trotzdem versuchen Josi und ich immer wieder die Arbeit lustig zu gestalten, daher haben wir heute zum Beispiel ein eigenes Haus aus den Kisten gebaut. Außerdem haben wir wie bei der Roten Zora Messer werfen (auf nur auf die Kisten und nicht auf Menschen) geübt.




Am Donnerstag war ich mit Sr. Hannah zum Kennenlernen bei der Einrichtung Drosa maja.
Das ist eine Organisation, die Emigranten und Flüchtlingen in Lettland hilft sich einzuleben, die Kultur zu verstehen und auch einfach sich zurechtzufinden.
In den ersten Wochen werde ich den Mitarbeitern viel folgen, um die Abläufe kennenzulernen und hoffentlich dann mit der Zeit auch immer mehr alleine machen.
Das ist die Website von der Organisation, wo es noch viel mehr Informationen gibt http://www.patverums-dm.lv/

Ich bin total gespannt, dort ab nächster Woche dreimal pro Woche zu arbeiten. Die Menschen wirkten super nett und vor allem total motiviert.
Im Moment spüre ich die Sprachbarriere teils sehr stark, da man natürlich immer auf lettisch angesprochen wird und ich wirklich wenig verstehe. Zum Glück habe ich ab nächste Woche zweimal pro Woche Sprachkurs und hoffentlich, werde ich dann schnell dazu lernen.

In meinem Zimmer im Studentenflur fühle ich mir sehr wohl und die anderen fünf Studentinnen sind wirklich nett. Trotzdem sind natürlich immer alle beschäftigt und man läuft sich vor allem in der Küche über den Weg.

Ich fühle mich auch so wohl, weil ich am Mittwoch ein wunderschönes Paket von meiner Mama bekommen habe. Durch den Lieblingscousous, spannende Bücher und eine Fotoleiste fühle ich mich gleich viel heimischer.
Daher nochmal ein ganz großes Dankeschön an dich, du bist einfach die Beste!!

Jetzt wo Ich wirklich alleine koche, stelle ich schon fest, dass es anstrengend ist, immer selbst zu kochen. Doch eigentlich geht es noch ganz gut, weil ich noch sehr motiviert bin, gesund zu leben. Ich denke, dass es mit der Übung immer leichter und routinierter wird.
Heute ging es erst mal auf den Markt, schließlich ist Samstag.

Ich bin total gespannt, wie die wirklichen ersten Arbeitstage werden und auch welche weiteren Projekte auf mich zukommen.

Sonntag, 17. September 2017

Liepajamazing ?!?

Hallo aus dem kalten Lettland,

Am Dienstag geht es nach Riga zurück und ich wollte einmal von den letzten Tagen berichten und ein kleines Fazit zu meiner Zeit schreiben.

Erst mal war die letzte Woche nicht so spannend, weil es in der Grundschule hauptsächlich darum ging, Lernkarten auszuschneiden und diese zu laminieren.
Nachmittags waren wir oft im Cafe und haben Karten gespielt.

Außerdem war es total stürmig zwischendurch, wodurch einige Bäume umgefallen sind. Wir haben das vor allem durch den Verlust von drei Fenstern gespürt. Ja, ihr hört richtig!
Die zweifach Verglasung besteht hier aus zwei Fenstern, die direkt hintereinander gebaut sind und die man einzeln öffnen kann. Davon sind die äußeren Fenster durch den Sturm aufgegangen und dann herausgefallen.
Zum Glück haben wir wenigstens noch die inneren, weil es sonst wirklich kalt geworden wäre.

Am Samstag waren wir bei einem Eishockey Spiel in Liepaja und es war superlustig und kalt. Zum Glück gab es heißen Tee und Kaffee, wodurch die Hände aufgewärmt werden konnten.
Das Spiel begann ganz gut für unser Team und zum zweiten und dritten Drittel wurde es immer intensiver und es gab mehr Kämpfe, aber auch mehr Tore. Die Stimmung war super und mit einem 9 zu 4 Sieg konnte gut gefeiert werden.

Anschließend waren Josi und ich in Liepaja im Konzert um Carmina Burana zu hören. Das war das große Eröffnungskonzert mit einem riesigen Orchester, einem Männer-, Frauen- und Knabenchor sowie drei Solisten. Mir hat es super gefallen, weil die Musik natürlich wunderschön war. Trotzdem finde ich es noch beeindruckender die Leidenschaft der Musiker und des Dirigenten zu sehen. Wie diese in der Musik aufgehen und es richtig Leben ist einfach beeindruckend und das finde ich besonders faszinierend.

Besonders cool war es, dass der eine Solist uns zugezwinkter und uns erkannt hat. Wieso uns ein Solist aus England kennt?
Ganz einfache Erklärung! Josi und ich waren am Freitagabend in unserem Lieblingscafe und so gegen 00.00 Uhr höre ich wie sich zwei Leute am Nachbartisch über das Konzert unterhalten. Daher haben wir einfach mal gefragt, was sie denn für ein Instrument spielen. Dadurch stellte sich heraus, dass es sich um die beiden Solisten handelte. Mit diesen haben wir uns dann über ihre Karriere, Liepaja und Musik unterhalten und es war superlustig.

Genau diese kleinen Begegnungen finde ich so schön, weil sie spontan passieren und oft die spannendsten sind. So kann man andere Menschen kennenlernen und ich kann nur jedem empfehlen genug Mut zu haben, um einfach mal zu fragen.

Heute haben wir dann den Tag super entspannt beim Brunch begannen und zusammen mit einer unserer lettischen Freundinnen gefrühstückt.

Insgesamt hört man bestimmt, dass es mir hier in Liepaja sehr gut gefällt. Ich finde, es ist eine super schöne kleine Stadt, wo man einiges machen kann.
Es gibt tolle Menschen hier, wie die beiden Lettinnen die wir kennengelernt haben.
In den letzten zwei Wochen, hatten wir zwar mehr in der Grundschule zu tun, aber so richtig gut hat es mir nicht gefallen. Ich finde, die Arbeit war langweilig und leider gab es kaum Interaktion mit den Schülern.
Ich habe das Gefühl, dass wir das Beste aus den letzten Wochen gemacht haben. Trotzdem bin ich super froh, dass es endlich zurück geht.
Ich hoffe, dass ich in Riga in spannenderen Projekten arbeiten kann und mehr mit Menschen machen werde.
Daher war die Zeit in Liepaja geprägt von Höhen und Tiefen und ich bin froh und stolz, diese für den Moment überwunden zu haben.
Ich weiß nicht, was in Riga auf mich wartet, doch ich bin gespannt es zu erleben um endlich damit zu beginnen, warum ich ursprünglich nach Riga gekommen bin.  

Sonntag, 10. September 2017

Vilniusuper

Am Donnerstag sind Josi und ich schon um 6:00 Uhr nach Vilnius aufgebrochen. Vilnius ist die Hauptstadt von Litauen und weil es im Moment nicht so viel zu tun gibt haben wir die Chance genutzt um einen kleinen Road Trip zu machen.

Hierfür hat uns der Bischof netterweise den Boni-Bus geliehen. Das sind gelbe Kleinbusse, die vom Bonifatiuswerk in die Diaspora gebracht werden um Beihilfe zum Glauben zu leisten.
Die Fahrt ging sehr gut, weil auch Litauen ähnlich dünn besiedelt ist wie Lettland und dadurch sind nicht so viele Autos unterwegs. Außerdem ist es sehr leicht den Weg zu finden, weil wir auf der knapp 4,5 Stunden langen Fahrt nur einmal von der einen zur anderen Autobahn abbiegen mussten. So sind wir super leicht angekommen und da man anders als in Deutschland nur so 110 -130km/h auf der Autobahn fahren kann, war alles sehr entspannt.
In Vilnius angekommen haben wir erstmal ein Café gesucht um mit Hilfe vom WLAN unseren Tag zu planen. Und mit wir haben geplant, meine ich eher Josi, da diese uns eine super Route zusammengestellt hat, die wir später entlang gelaufen sind.
Der Tag begann mit der St. Peter Pauls Kirche, welche durch besonders viele Staturen im Innenraum besteht und dadurch sehr schön ist. 

Anschließend haben wir einen Hügel bestiegen um einen wunderschönen Blick über die gesamte Altstadt und die neueren Stadtviertel zu bekommen.



Danach ging es ins Nationale Museum für Archäologie, hier konnte ich viel über die verschiedenen Jahrhunderte lernen. Besonders auffällig fand ich, dass die Menschen sehr viel Schmuck besessen haben, der aus Bernstein ist. Dies ist allerdings noch heute sehr typisch für die baltischen Staaten, da durch die Ostsee der Bernstein häufig vom Meer angeschwemmt wird. Ich habe leider noch keinen gefunden, aber vielleicht hab ich ja noch Glück.
Dann haben wir noch die größte katholische Basilika in Vilnius angeschaut, welche ganz in weiß war und dadurch sehr edel wirkte.
Am außergewöhnlichsten fand ich aber die Republik Uzupio, diese war mal ein ganz normaler Stadtteil von Vilnius.
Allerdings wurde hier eine eigene Republik ausgerufen, mit einem Präsidenten und eigener Verfassung. Diese kann man sehr schön im Internet nachlesen und daher verlinke ich diese auch mal. 

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Hier leben besonders viele Künstler und Studenten, aber auch zum Beispiel der Bürgermeister von Vilnius. Das zeigt, wie kunterbunt sich diese Republik entwickelt hat und es immer mehr zum Trendstadtteil wird.
Danach haben wir noch das blaue Tor der Morgenröte gesehen und sind einfach durch die Altstadt geschlendert. 

Besonders lustig war das Museum für Illusionen, weil es einfach total viele Möglichkeiten gab um Fotos zu machen. Einige Beispiele lade ich dazu direkt mal hoch. 




Zudem haben wir abends noch eine Lichtershow gesehen, diese war inklusive und ganz nett, aber jetzt nicht total außergewöhnlich.
Natürlich haben wir auch die Chance genutzt und sind extra zu einem Outlet Park gefahren um ein bisschen zu shoppen. Allerdings hat mich dieser eher enttäuscht, weil es zwar viele Marken waren, aber keine die ich trage. Außerdem gab es extrem viele Sportläden und danach habe ich jetzt auch nicht gesucht.
Nach einem langen und anstrengenden Tag haben wir den Abend einfach entspannt in unserem Appartement ausklingen lassen und mit Nudel, Somersby und englischen Serien kann man es sich gut gehen lassen.

Am nächsten Morgen, hatten wir dann leider nicht mehr so viel Zeit. Daher haben wir uns für den Besuch des Museum für die Opfer des Genozids entschieden. Dieses war sehr eindrucksvoll, da ich vieles über die verschiedenen Besetzungen in Litauen und deren Folgen gelernt habe. Ich finde es sehr beeindrucken, dass alle baltischen Staaten, die deutsche und anschließende sowjetische Besatzung alleine und durch die singende Revolution überstanden haben.
Danach ging es dann entspannt wieder 5h nach Liepaja und wir konnten den Bus sicher wieder an den Bischof überreichen.
Insgesamt hat mir der Ausflug total gut gefallen und auch wenn ich nur für 23h in Vilnius war, haben wir diese ideal genutzt und hatten eine tolle Zeit. Es war auch gar nicht so anstrengend, da wir uns beim Fahren abwechseln konnten und uns sonst viel unterhalten haben.

Sonntag, 3. September 2017

Der erste Schultag und nette Letten

Labdien

jetzt bin ich schon über eine Woche hier und eigentlich passiert jeden Tag etwas neues daher ist die Zeit für einen neuen Post wohl angemessen.

Erstmal haben wir am Dienstag versucht die anderen Freiwilligen in Liepaja kennenzulernen, um die ersten Kontakte zu knüpfen. Dabei stellt sich heraus, dass es überhaupt keine anderen Freiwilligen gibt, sondern nur einen Jugend Club.
Dieser war am Dienstag Abend bei einer Art Charity Event, bei der Geld für das Tierheim gesammelt werden sollte. Dort wurden Portmonees aus alten Saftflaschen und Teelichter aus alten Dosen gebastelt. Es hat schon Spaß gemacht und war eine gute Chance und mit den anderen Jugendlichen ins Gespräch zu kommen.
Allerdings hat mir dieser Abend nicht so gut gefallen, weil bei den Jugendlichen aus einige Ältere dabei waren und die Umgangsform, aus meiner Sicht sehr unhöflich war.
Trotzdem habe ich mich sehr gefreut, als am Donnerstag eine von den Mädchen uns angerufen hat und uns zu ihrem Lieblingscafe eingeladen hat.
Der Nachmittag mit Josi und nur drei Mädchen aus dem Jugendclub war total lustig und ich habe mich in der kleineren Gruppe viel wohler gefühlt.

In der Schule haben wir eigentlich kaum gearbeitet, weil nachdem die "Kapelle" fertig gestrichen war, mussten nur noch einige Fenster geputzt werden.

Dadurch war mir teils sehr langweilig oder ich haben mich einsam gefühlt.
Gegen Heimweh hilft nur Ablenkung, daher waren wir zum Beispiel am Freitag Minigolfen im Park oder verbringen viele Nachmittage mit Kartenspielen in unserem Lieblingscafe.

Am Freitag war dann endlich der erste September und das bedeutet in ganz Lettland: erster Schultag!
Dieser wird hier ganz groß gefeiert und wir durfen auch an der Zeremonie der katholischen Schule teilnehmen.
Diese begann um 10 Uhr in der Kirche, wo die kleinen Erstklässler zusammen mit den Neuntklässlern eingezogen sind. Dazu sollte man wissen, dass die Schule nur von der ersten zur neunten Klasse geht und man danach die Schulpflicht beendet hat und selber entscheiden muss ob man auf  das Gymnasium wechseln will.
Besonders schön finde ich die Tradition, dass alle Schüler/innen zum ersten Schultag Blumen mitbringen für ihre Lehrer/innen. Dadurch wirke alles so schön bunt und alle waren fröhlich und umarmten sich gegenseitig.
Der restliche Verlauf der Verantstaltung bestand aus vielen Reden und da diese alle auf lettisch waren, kann ich nicht berichten worum es ging.
Danach ist es an dieser Schule eine Tradition ein Fotos von der gesamten Schulgemeinde von 140 Schülern/innen und den Lehrern zu machen. Hierfür hat der Bischof uns abgeholt, weil er meinte das auch wir ein Teil der Schulgemeinschaft dieses Jahr sind obwohl wir nach nur noch 2 Wochen vor Ort sind.
Trotzdem zeigt diese Geste wie nett die Letten doch sind und es gerade in der Dispora einen größeren Zusammenhalt gibt.
Dies finde ich Allgemein sehr schön hier, dass sich die Christen untereinander kennen und auch die Bischof mit jedem spricht und somit auch die Gemeinschaft gefördert wird.

Am Samstag waren wir dann mit zwei Mädchen, die wir schon kannten Bowlen. Es hat wirklich Spaß gemacht und wir haben total viel gelacht. Es freut mich sehr, dass wir uns doch so gut mit den beiden verstehen, weil es einfach schön ist neue Leute zu treffen.

Anschließend habe ich das erste Mal Sushi in einem Restaurant gegessen und erstaunlicherweise mag ich es sehr gerne.
Danach haben wir dann noch zu viert verschiedene Kartenspiele bei uns in der Wohnung gespielt.

Heute haben wir einen entspannten Tag in unserer Wohnung verbracht und nichts sonderlich gemacht.
Ich bin gespannt, was wir Morgen in der Schule tun werden und hoffe, dass es spannender als letzte Woche wird.