Sonntag, 29. Oktober 2017

Tagesausflug nach Cesis

Labdien,

Sodien es celoju Cesis. Heute war ich in Cesis.
Innerhalb von Lettland ist es möglich viele Städte mit dem Zug zu erreichen und das ist auch gar nicht teuer.
Auch das haben Josi und ich heute gemacht, daher ging es für uns nach Cesis.
Cesis liegt im Nord Osten von Lettland und innerhalb von 2h sind wir mit dem Zug gut dahin gekommen. Der orangene Fleck ist Cesis.

Cesis ist eine kleine und gemütliche Stadt mit knapp 17.000 Einwohner.
Als Erstes haben wir die Burg und das dazu gehörige Museum besucht.


Zu erst bekommen alle Besucher eine Laterne mit einer Kerze um eine kleine Leiter ins alte Verlies runter zu klettern. Das fand ich mega gruselig und war auch froh, dass es schnell wieder hochging.

Danach sind wir auf den Burgturm geklettert und auch hier war die Laterne sehr hilfreich. Da die Treppen eng und nicht beleuchet waren. Von oben hatte man einen tollen Ausblick und konnte über den ganzen Park schauen.


Anschließend waren wir noch im Museum und haben noch vieles über die Geschichte von Cesis gelernt. Eigentlich wollten wir noch zum Fluss, wo es einzigartige Felsen und Riffe geben soll. Doch im Nieselregen, wollten wir keine 6,5km laufen und daher haben wir lieber die "Innenstadt" erkundet. Diese war sehr klein und eigentlich ganz süß und wir haben ein kleines Cafe gefunden.
Dort haben wir einfach nett gesessen und ganz viel Karten gespielt.

Abends ging es dann wieder mit dem Zug zurück und durch lustige Videos ging die Zugfahrt super schnell vorbei.

In Riga wurde ich dann leider direkt wieder vom Regen empfangen und ich hoffe wirklich, dass es bald aufhört und wieder kälter wird für neuen Schnee.

Morgen beginnt eine neue Woche und ich beginne gerade mit weiteren Projekten, über diese werde ich bald noch mal berichten.

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Es scheit, es schneit kommt alle aus dem Haus!

Es schneit in Riga!

Ich bin so aufgeregt, da musst ich gleich mal berichten und Fotos hochladen.

Die letzten Tage war es schon immer um die Null Grad und für heute war dann Schnee angesagt.
Zuerst hatten wir mehr Regen als Schnee und ich war ein bisschen enttäuscht.
Doch dann hat es heute Abend doch noch richtig angefangen zu schneien. Wirklich dicke Flocke und genug, dass es sogar liegen geblieben ist.

Nachdem ich ein bisschen durch die Etage gehüpft bin, musste ich gleich raus gehen.
Mit Mütze, Schal, Handschuhen und dicker Jacke ging es gleich los und ich bin draußen rum gehüpft.
Josi und Sr. Hannah sind sich sicher, dass ich noch nie so gestrahlt hab wie heute.
Jeder, der mich kennt, weiß wie begeistert ich reagiere!
Ich bin sprachlos und kann es kaum glauben, dass es schon im Oktober Schnee geben kann.
Ich finde, dass ist ein vielversprechender Anfang und ich freue mich auf die folgenden Wochen und Monate.






Montag, 23. Oktober 2017

Mein Tag gefilmt in einem kurzen Video

Hallo,

Am vergangenen Mittwoch habe ich meine Kamera mitgenommen und einfach mal meinen Alltag gefilmt.
Natürlich habe ich schon oft darüber berichtet, doch so ein Video macht ja noch mal einen anderen Eindruck.
Ich hoffe, dass ihr so einen besseren Eindruck von meinem Leben und von Riga bekommen könnt.


Außerdem lohnt sich immer auch mal ein Blick auf den Praktikantenblog, weil es viele spannende Berichte auch von den anderen Orten gibt.
https://www.praktikum-im-norden.de/

Dienstag, 17. Oktober 2017

Kleines Update

Sveiki!

letzten Donnerstag habe ich mit meiner Arbeit einen Tagesausflug nach Preili gemacht. Das ist eine kleine Stadt im Südosten Lettland und hat ca. 7000 Einwohner.





Vor Ort haben wir glaube ich alles gesehen, was diese kleine Stadt zu bieten hat.
Wir waren zuerst im Museum für Porzellan. Dann haben wir eine Schneckenfarm besucht, was ich sehr ekelig fand. Es waren einfach riesige Behälter, wo riesige Schnecken gelebt haben.
Alle anderen waren davon sehr fasziniert, doch es war jetzt nicht mein Lieblingsstopp.
Danach waren wir noch im Puppenmuseum und das war eigentlich ganz cool, weil es wirklich groß und total aufwendige Puppen waren. 

Danach ging es zum Mittagessen und ich hatte es mal wieder schwer.
Manchmal ist es schwer ein Vegetarier zu sein, doch so schwer wie in Lettland hab ich es noch nicht erlebt.
Es ist wirklich das wichtigste Nahrungsmittel und jeder ist verdutzt, dass ich darauf verzichte.

Nachmittags kam dann der aus meiner Sicht wichtigste Punkt.
Und zwar war ich mit einer Gruppe von Klienten aus dem drosa maja unterwegs. Diese sollten andere Seiten von Lettland gezeigt bekommen, damit sie sich besser ein Leben vor Ort vorstellen können. Daher haben wir eine große Gruppe von Lehrern und Beamten aus Preili getroffen. Diese konnten so die Klienten kennenlernen und diese konnten Fragen stellen zu den Möglichkeiten vor Ort.
Diesen Austausch finde ich sehr wichtig!

Danach ging es lange wieder nach Hause und ich war total fertig.
Besonders anstrengend ist es, wenn viel geredet wird und ich natürlich nichts verstehe. Wir haben immer Übersetzter für die Klienten dabei, also kann ich zwischen arabisch, russisch, türkisch oder dari wählen. Doch leider verstehe ich keine Sprache davon und lettisch natürlich auch nicht.

Im Moment bin ich ein bisschen frustriert, weil ich es noch nicht geschafft habe, meine Freizeit zu füllen.
Alles, was ich probiere, läuft ins Leere und ich erhalte keine Antworten. Dies deprimiert mich total und ich versuche meine Stimmung aufrecht zu halten.
Naja, ich gebe nicht auf und werde immer Weiteres probieren.

Heute wurde mein Tag durch ein wunderschönes Paket von meinen Großeltern aufgehellt. Es war voller leckerem Weihnachtsgebäck, lieben Worten, Socken und Kerzen fürs Wohlbefinden. Ich habe mich so gefreut und es hat meine Stimmung total aufgeheitert.
Vielen Dank an meine Großeltern und ich schicke Euch ganz viel Liebe zurück.


Samstag, 7. Oktober 2017

Mein Alltag in Riga

Sveiki,
Ka klajas?

Die Letten würden jetzt immer Labi sagen, sowieso das meist benutzte lettische Wort.
Labi heißt so viel wie Gut, aber eigentlich wird es ganz oft am Satzende oder einfach als lettisches okay benutzt.

Dies habe ich auch ohne Sprachkurs gelernt. Doch dieser findet sehr regelmäßig statt und ich finde diesen sehr hilfreich. Dort fangen wir gerade erst an und beginnen erst mal mit den Basissachen. Ich hoffe, dass es bald etwas schneller geht und ich mehr lerne, was ich im Alltag benutzen kann.

Meine Hauptaufgabe ist das drosa maja, wo ich dreimal pro Woche arbeite.
Die Aufgaben der NGO habe ich ja schon beim letzten Mal erklärt.

Zu Beginn habe erst ein bisschen Büroarbeit gemacht. Das bedeutet, dass ich Bücher gebunden habe und ein bisschen Papierkram erledigt hab.
Trotzdem habe ich so das drosa maja gleich viel besser kennengelernt und auch gleich viele der Mitarbeiter.
An meinem ersten Arbeitstag wurde ich zu einem Vortrag mitgenommen. Das Thema war, wie Flüchtlinge hilfreich für die Wirtschaft eines Landes sein können. Dazu wurden zwei Kanadier eingeladen und diese haben sehr spannend von ihrem System erzählt. Das Thema war super interessant und ich habe gleich vieles dazu gelernt.
Anschließend war ich bei der Human Library. Dieses Event findet regelmäßig in Riga statt und dort erzählen verschiedene Emigranten und Flüchtlinge ihre Geschichten.
Ich habe die Geschichte von einem Mädchen aus der Türkei und einem Mann aus dem Iran gehört.
Beide waren super unterschiedlich, doch auf ihre Art und Weise einzigartig.
Ich möchte, auf jeden Fall noch mal dahin gehen und noch mehr Geschichten hören.

An einem normalen Tag im drosa maja, verlasse ich um 8 Uhr mein Zimmer, um in die Stadt zu fahren. Dort nehme ich einen anderen Bus und komme gegen 10 Uhr in Mucenieki an. Da leben im Moment ca. 80 Flüchtlinge und Emigranten. Insgesamt gibt es allerdings 200 Betten, die aber fast nie voll besetzt sind. Morgens ist es dort meine Aufgabe, die Klienten aufzuwecken und mit dem Bus zurück in die Stadt zu begleiten. Dies mache ich immer zusammen mit meiner Betreuerin, da ich mich in den Gebäuden nicht alleine aufhalten darf.
Im drosa maja angekommen, haben die Erwachsenen 3h Lektionen. Dort lernen sie das Gesundheitssystem und die lettische Kultur kennen. Währenddessen betreue ich zusammen mit anderen Mentoren die Kinder. Teils ist dies sehr anstrengend, weil das Alter sehr unterschiedlich ist.

Dies ist allerdings nicht mein einziges Projekt in der Woche.
Jeden Mittwoch gebe ich von 16-17:30 Uhr einen Deutschkurs für Senioren. Diese lernen schon seit ca. einem Jahr Deutsch und haben teils sehr unterschiedliche Niveaus.
Bis jetzt macht es mir viel Spaß, den Kurs vorzubereiten und mir Gedanken zu Inhalten zu machen. Allerdings muss ich mich erst mal daran gewöhnen, wie viel in 90 Minuten machbar ist und auch was die Senioren so wollen.
Besonders schwer ist es für mich, so langsam zu reden, dass mich alle verstehen.
Doch ich freue mich über die Herausforderung und glaube, dass ich mich in den folgenden Wochen weiter einarbeiten werde.

Meine feste Aufgabe im Kloster ist es, die Kapelle einmal pro Woche zu putzen. Dies dauert so 2-3h und ich finde es eigentlich ganz entspannend und dabei habe ich viel Zeit um nachzudenken.

Sonst verbringe ich meine Freizeit in netten kleinen Cafes oder nutze das reiche Kulturangebot in Riga. Ich war schon in der nationalen Kunstgalerie und bald geht es ins Ballett.

Meinen Alltag finde ich sehr gut, weil ich gut beschäftigt bin und trotzdem aber auch Freizeit habe. Gerade diese Entspannungspausen brauche ich auf jeden Fall, weil ich durch meinen Alltag sehr müde werde.
Die wechselnden Sprachen und vielen neuen Aufgaben sind eine wirkliche Herausforderung. Doch ich denke, dass dies mit der Zeit weniger wird und ich mich natürlich jeden Tag mehr einlebe.

Das war erst mal ein kleiner Einblick in meine letzten zwei Wochen.

Und damit Uz redzesanos aus Riga!