Mittwoch, 29. November 2017

Kurzurlaub in Schweden

Hallo,

letzten Donnerstag sind Josi und ich ins Flugzeug gestiegen, um nach Stockholm zu fliegen. Dort bzw. in Uppsalla wohnen noch weitere Praktikanten und diese haben wir besucht.

Wir wurden super nett abgeholt und haben das Newmaninstitut kennengelernt und erstmal Fika gemacht. Fika bedeutet in Schweden, Kaffee trinken, Gebäck essen und quatschen. Dies kann man zu jeder Tageszeit und eigentlich jeden Tag haben.Wir haben auch Fika um 22 Uhr gemacht und das ist total normal.
Außerdem waren wir am Donnerstag Abend noch bei IKEA, schließlich ist das typisch schwedisch für Deutsche.


Am Freitag sind Josi und ich dann alleine nach Stockholm aufgebrochen, weil die anderen arbeiten mussten. Zu erst haben wir die Altstadt angeschaut und zufällig den nur einmal wöchentlichen Wachwechsel gesehen. Ich fand es schon lustig, so viele Soldaten und Wachen marschieren zu sehen und das alle begleitet von einer Kapelle.


Danach waren wir im Museum über die vergangenen Könige.
Viel spannender fand ich das Nobelpreis Museum. Hier wird alles zu dem Preis erklärt und der Verleihung. Am besten fand ich die vielen Filme über die vergangenen Preisträger. In kurzen Filmen wurde immer vorgestellt, was sie erfunden und erreicht haben. Das fand ich total inspirieren und spannend.
Außerdem sind wir ein bisschen am Wasser entlang gelaufen und haben uns die Stadt angeschaut. Dadurch, dass Stockholm aus so vielen Inseln besteht, ist überall Wasser und es ist eine tolle Atmosphäre.



Als Letztes waren wir im Vasa Museum. Der Hauptbestandteil ist hier ein riesiges Schiff. Diese ist bei der Jungfernfahrt noch in der Bucht in Stockholm gesunken und lag für 300 Jahre im Schlamm und Wasser. Nach 300 Jahren wurde es dann vollständig und in einem Stück geborgen. Das Museum stellt die Gründe und das Leben an Board da.


Stockholm kann ich jedem nur empfehlen. Doch man braucht viel mehr Zeit um alles zu sehen.
Doch insgesamt gefällt mir Riga besser, weil es weniger touristisch ist und ich die Altstadt mehr mag.

Am Samstag haben wir dann Uppsalla mit den anderen Praktikanten erkundet.
Das ist eher ein kleines Städtchen, aber trotzdem ganz schön.

Eigentlich haben wir vor allem viel zusammengesessen und Fika gemacht. Dabei wurde viel gequatscht und sich auszutauschen tat total gut. Zu wissen, dass es auch anderen manchmal schlecht geht und alle ihre Zuhause vermissen lässt mich gleich weniger einsam sein.


Am Sonntag ging es dann super früh zurück nach Riga.
Obwohl es nur ein Kurzurlaub war, hab ich es total genossen. Es war schön zu sehen, wie andere so leben und ein anderes Land kennenzulernen.
Schweden finde ich super schön, doch trotzdem bin ich froh in Riga zu sein. 

Dienstag, 21. November 2017

Nationalfeiertag und Stravo Riga

Sveiki aus Riga,

am Samstag, den 18.11 wurde die Unabhängigkeit Lettlands vor 99 Jahren gefeiert. Damit starteten wir in das 100. Jahr Lettland.

Dieser Unabhängigkeitstag wurde hier größer gefeiert, als ich es in Deutschland gewöhnt war. Schon die gesamte vorherige Woche hingen überall Flaggen in der Stadt. Sogar jedes Haus muss eine Lettlandfahne aufhängen, da sonst eine Strafe droht.
Diese Regel finde ich schon sehr ungewöhnlich, doch hier ist es ganz normal.

Am Samstag selbst gab es viele Konzerte, aber auch eine Militärparade in der Stadt. Außerdem wurde das Friedensdenkmal passend mit Blumen in Rot und Weiß geschmückt.

Das eigentliche Highlight war dann das Feuerwerk am Abend.
Hierzu haben sich für Lettland wirklich viele Menschen am Ufer der Daugava und auf der Brücke versammelt. Um Punkt 21 Uhr wurde dann die lettische Nationalhymne angestimmt und anschließend begann das Feuerwerk.
Dieses fand ich total schön und war toll anzusehen. Es wurde von der anderen Uferseite und auch vom Wasser abgeschossen. Dabei gingen die Raketen passend zur Musik hoch und es war ein tolles Gesamterlebnis.




Anlässlich dieses Feiertages wurde auch Stravo Riga veranstaltet.
Das bedeutet, dass es für vier Tage ganz verschiedene Lichtinstallationen in Riga gab. Diese habe ich mir am Montag zusammen mit drei lettischen Freundinnen angeschaut.
Es war total vielfältig.

So haben wir zum Beispiel zuerst einen Wasserfall an der evangelischen Kirche gesehen. Diese sollte auf die Macht der Natur aufmerksam machen.
 
Besonders lustig fand ich das "sprechende Haus". Das war ein Haus, wo die Fenster angestrahlt wurden und somit die Vergangenheit erzählt wurde. Viel lustiger waren allerdings die Schauspieler, die regelmäßig auf den Balkon traten und kleine Szenen spielten. Ich habe zwar nicht verstanden, wie diese zusammenhängen, doch wir hatten viel Spaß beim Beobachten und raten.

Teils konnte man sogar selber mitmachen. Da gab es zum Beispiel die Möglichkeit, dass die eigenen Tanzbewegungen in Licht umgewandelt wurden oder man als Dirigent viele kleine Lichtpunkte steuerte.
In einem Park waren an den Bäumen jeweils noch weitere Lichtbäume befestigt oder es wurde ein ganzer "Wald" von Lichtern und Lampen gebildet.

Insgesamt hat es sich total gelohnt und ich hatte sehr viel Spaß bei dem Versuch die Kunst zu erraten und mehr oder weniger zu verstehen. 

Montag, 13. November 2017

11. November - Lacplesis Diena

Sveiki,

am Samstag, war der 11. November und anders als in Deutschland feiern die Letten an diesem Tag nicht St. Martin oder den Karnevalsanfang, sondern den Lacplesis Tag.

An diesem Tag wird an die mutigen Soldaten im Jahre 1919 erinnert. Damals hatte Lettland vor fast genau einem Jahr die Unabhängigkeit ausgerufen (1918) und war trotzdem noch sehr schwach als Land.
Damals wurde immer noch gegen Russland gekämpft, um das neue Land zu verteidigen. Hierbei war die lettische Armee deutlich schlechter ausgestattet und nicht so ausgebildet.
Trotzdem schafften sie es Russland weiter zu verdrängen durch viel Mut und Energie.
An diesen Mut erinnert man sich an diesem Tag und ehrt die damaligen Soldaten.

Der Tag heißt, Lacplesis Diena nach dem Helden Lacplesis in einer Sage. Dieser hatte die Ohren von einem Bären und war dadurch sehr stark. Daher gilt er als Symbol für den Mut und die Stärke der Soldaten.

Gefeiert wurde durch einige Aktionen in der Stadt.
Doch das Besondere habe ich abends erlebt. Es ist nämlich Tradition, vor eine Mauer direkt an der Daugava Kerzen aufzustellen. Ganz viele Menschen kommen während der Nacht dort hin und stellen immer mehr Kerzen auf.
Dies sah super schön aus. Alle Kerzen waren in rot und weiß und da dies auch die lettischen Nationalfarben sind, sah alles wunderschön lettisch aus.
Einige haben ihre Kerzen auch in der Form Lettlands aufgestellt und das sah einfach schön aus und es war eine tolle Atmosphäre.




Mit diesem Fest beginnt jetzt ein bisschen eine ganze Festwoche. Dies ist überall sichtbar in der Stadt durch die vielen Lettlandfahnen und Lichterdeko überall.
Am nächsten Samstag, den 18.11 wird nämlich die Gründung Lettlands vor 99. Jahren gefeiert. Damit beginnt das 100. Jahr und dies wird groß gefeiert.
Außerdem beginnt Stravo Riga, was bedeutet, dass viele Gebäude und Sehenswürdigkeiten toll angestrahlt werden und es viel Programm gibt.
Ich freue mich auf jeden Fall und bin gespannt, was mich so erwartet.

Sonntag, 12. November 2017

Leadership Seminar

Sveiki und müde Grüße aus Riga,

vor einigen Stunden bin ich vollgepackt und super müde vom Leadership Seminar zurück gekommen.
Seit drei Wochen treffe ich mich ein Mal die Woche mit anderen Jugendlichen. Diese Gruppe organisiert regelmäßig sogenannte Leadership Seminare.
Das bedeutet, dass religiös interessierte Jugendliche sich an acht Wochenenden innerhalb von zwei Jahren treffen, um zusammen verschiedene Einheiten zu haben. Diese haben ganz unterschiedliche Themen, wie zum Beispiel: Eventorganisation und was es heißt eine Jugendgruppe zu leiten. Doch dazu erzählen auch Menschen von ihren religiösen Erfahrungen oder es wird über religiöse Themen gesprochen und diskutiert.
Zusätzlich zu diesen Einheiten, haben wir viele Team Spiele gespielt um uns besser als Gruppe kennenzulernen. Es wurde aber auch viel gebetet und die Messe zusammen gefeiert.
So intensiv habe ich mich noch nie mit einem Glauben für ein ganzes Wochenende beschäftigt, denke ich. Da dies auch ein Teil der neuen Erfahrungen sein soll, fand ich das sehr gut.
Zudem finde ich es sehr spannend und inspirierend, wie andere Menschen ihren Glauben leben und sich damit identifizieren. 

Die Jugendlichen waren total nett und haben mich total herzlich aufgenommen. Besonders lieb fand ich, dass immer jemand versucht hat für mich alles zu übersetzen. Dadurch habe ich auch von den Einheiten sehr viel verstanden und konnte mehr ein Teil der Gruppe sein.
Außerdem fällt mir inzwischen nach knapp zwei Monaten in Riga auf, dass es wirklich eine Diaspora ist. Egal wo ich bin, es kennt immer jede jeden. Die Gruppe, der engagierten Jugendlichen ist einfach kleiner und damit treffe ich immer wieder bekannte Gesichter, was wirklich schön ist.

Das Event fand in einem Jugendzentrum in Riga statt, wo wir auch zwei Nächte geschlafen haben. Natürlich ist man da lange abends wach und die Nächte sind eher kurz und unruhig.

Besonders spannend finde ich es, dass ich langsam immer mehr kleine Unterschiede zwischen den Traditionen feststelle.
Außerdem tat es mir sehr gut, dieses Wochenende oft auch viel Zeit zu haben, um für mich nachzudenken und die letzte Zeit zu reflektieren. Das kommt doch im Alltag oft zu kurz.

Zu dem hab ich super interessante Gespräche mit den anderen Jugendlichen gehabt und diese so sehr gut kennenlernen können. Daher freue ich mich schon sehr, dass es noch zwei weitere solche Seminare in meiner Zeit in Riga geben wird.